Allgemeines über BING-Vergaser

Was bedeuten die Nummern auf dem Vergaser?

Als Beispiel möge uns hier ein BING-Vergaser mit der BING-Vergaserbezeichnung 2/26/29 dienen.

2:

Stünde hier eine 1, handelt es sich um einen Einschiebervergaser.

Manch einer fragt sich jetzt vielleicht: "Was ist das und woran erkenne ich, ob ich einen Ein- oder Zweischiebervergaser habe?"

Ganz einfach: haben Sie für den Kaltstart des Motors zusätzlich am Lenker einen Hebel, haben Sie einen Zweischiebervergaser; wenn Sie aber direkt am Luftfilter eine Klappe beim Kaltstart schließen müssen, haben Sie einen Einschiebervergaser. Führen also zwei Bowdenzüge zum Vergaser ist es ein Zweischiebermodell, nur ein Bowdenzug ist es ein Einschiebervergaser.

 

26:

Das ist der Durchmesser der Durchlasshauptbohrung des Vergasers gemessen in Millimeter. Je grösser der Wert, desto mehr Gemisch bekommt der Motor und desto leistungsfähiger kann der Motor sein, vorausgesetzt der Hubraum harmoniert mit dem Vergaser.

 

29:

Das ist die BING-interne Vergaserbezeichnung, spielt für uns keine Rolle, nur sollte diese Nummer natürlich auch mit dem für das Fahrzeug vorgesehenem Vergaser übereinstimmen.

Ich finde auf meinem BING-Vergaser keine Nummer

Dann hat sie entweder jemand mutwillig entfernt oder Sie haben die Nummer übersehen - jeder BING-Vergaser hat eine Nummer.

Einstellwerte und Bedüsung BING-Vergaser
Vergaser Hauptdüse Leerlaufdüse Nadeldüse Nadelstellung Luftregulierschraube Einsatz
1/22/60 95 (90) 40 2,68 1 1,5 (2,5) Nr. 3
1/22/38 95 (90) 45 2,68 3 1 fest
1/26/31 135 (130) 35 1375/1508 2 1,5 fest
2/26/22 105 (100|105) 50 2,68 2 1,5 Nr. 3
2/26/29 105 (100|105) 50 2,68 2 1,5 Nr. 3
1/26/16 110 (105) 50 2,68 2 1,5 Nr. 3

 

 

Hauptdüse

Die Hauptdüse sitzt in der Befestigungsschraube (große Aluschraube, Schlüsselweite 19 mm):

 

Hauptdüse

Die Nummer bezeichnet den Düsenlochdurchmesser in Zehntelmillimeter, der Wert 95 bedeutet also 0,95 mm. Je grösser die Hauptdüse, desto mehr Benzin kann in den Vergaser gelangen. Während der Einfahrfase sollte immer der nächst grössere Wert verwendet werden; welches dann letzten Endes die optimale Größe ist, muss man durch Versuche herausfinden.

 

Leerlaufdüse

Die Leerlaufdüse (nicht zu verwechseln mit der Leerlaufluftdüse, die das Gegenstück zur Luftregulierschraube ist, jedoch einen festen Wert hat) regelt, wie fett das Gemisch im Leerlauf des Motor ist. Wie bei der Hauptdüse steht auch auf der Leerlaufdüse der entsprechende Wert, "45" bedeutet 0,45 mm Lochdurchmesser. Genau wie bei der Hauptdüse auch kann der optimale Wert nur durch Versuche ermittelt werden.

Links eine 120er, rechts eine 40er Leerlaufdüse

 

Nadeldüse

In die Nadeldüse ragt die Düsennadel. Die Nadeldüse wird mit dem Mischkammereinsatz verschraubt. Ist kein Mischkammereinsatz vorhanden, wird die Nadeldüse direkt in den Vergaser eingeschraubt.

Links im Bild ist die Leerlaufdüse zu erkennen, rechts daneben die Nadeldüse mit der Größe 2,68

 

Nadelstellung

Die "Nadelstellung" wird immer von oben angegeben, ein Wert von 2 bedeutet also, dass die Düsennadel in der zweiten Nut von oben befestigt werden muss. Je höher die Nadel aufgehängt wird, desto fetter wird das Gemisch.

Düsennadel in Position 1 aufgehängt

Luftregulierschraube

Der Wert bei "Luftregulierschraube" sind die Umdrehungen heraus, das heißt die Schraube wird vorsichtig bis auf Anschlag eingeschraubt und dann die entsprechenden Umdrehungen wieder heraus geschraubt.

Links im Bild zwei Luftregulierschrauben, rechts die Nadeldüse von unten

 

Einsatz / Mischkammereinsatz

Als Mischkammereinsatz oder nur Einsatz bezeichnet wird das Gegenstück zur Nadeldüse; darauf ist eine Nummer eingeschlagen, z.B. 3. Es gibt aber auch Vergaser, bei denen der Mischkammereinsatz fest verbaut ist.

Mischkammereinsatz "3"

 

Sonstiges

Alle Werte sind immer nur als Richtwerte zu sehen und müssen im Versuch genau ermittelt werden. Grundsätzlich empfehle ich speziell bei Zweitaktmotoren diese lieber etwas zu fett als zu mager einzustellen.